KoMaBlog.de Aus Koblenz. Von Mario. Mein Blog.

18Jan/103

Süddeutsche Zeitung – Cash für positives Feedback?

Ich bin nicht der erste der darüber bloggt, aber ich werde wohl auch nicht der letzte sein. Das Upload-Magazin berichtet hier sehr ausführlich, wie sich die Süddeutsche Zeitung über Trigami positive Blog-Beiträge sowie Kommentare im App-Store zur passenden iPhone-App  erkauft (hat).

Für diejenigen, denen Trigami kein Begriff ist: Dort können Firmen Werbung in Blogs schalten. Interessierte Blogger bewerben sich, werden bei Auswahl nach Erstellung für einen Artikel bezahlt. In aller Regel sehen diese natürlich positiv aus. Produkte, Aktionen oder ähnliches werden beworben, meist gibt es auch einen Backlink dazu. Die Trigami-Artikel in Blogs sollten als solche gekenzeichnet sein.

Prinzipiell ist gegen solche Aktionen ja nichts zu sagen. Wie jedem anderen Unternehmen auch, muß man der Süddeutschen Zeitung zugestehen, Werbung in dieser Form zu schalten. Allerdings, und das ist wohl der Stein des Anstoßes im Internet, wurden in dieser Kampagne (wohl) einzelne Bausteine soweit vorgegeben, das die Blogger wie durch eine rosa-rote Brille hindurch nur positives zur iPhone-App zu berichten hatten.

Ich habe kein Problem mit bezahlten Blogposts. In aller Regel geben die Werbenden zwar vor über was gebloggt wird, trotzdem hat jeder Blogger die Möglichkeit seine Gedanken frei zu formulieren. Das wollte die Süddeutsche Zeitung scheinbar nicht. Auch der Hinweis nach dem Herunterladen der App im App-Store selbst ein positives Feedback zu hinterlassen hat einen faden Beigeschmack.

Mittlerweile haben sowohl Trigami als auch die Süddeutsche Zeitung Stellung bezogen. Trigami nimmt die Schuld auf sich, möchte statt einer normalen Text-Review Kampagne "aus Versehen" eine Advertorial-Kampagne gestartet haben. Laut der Süddeutschen Zeitung war es natürlich auch nicht so geplant wie es jetzt umgesetzt wurde...

Jeder muß sich da sein eigenes Bild machen, ich persönlich habe mir meine Meinung gebildet. Der bittere Nachgeschmack bleibt. Zumal die vorgegebenen Blogpassagen wohl eher nicht aus einer Trigami-Feder stammen.

Was ich mittlerweile noch schlimmer finde, ist der Umgang der Süddeutschen Zeitung mit Trigami. Wäre es wirklich so gewesen, das die SZ ehrliche Bloggermeinungen hätte hören wollen, hätte sie den Auftrag erneut vergeben, diesmal dann tatsächlich als Text-Review Kampagne! Statt dessen schiebt man alle Schuld auf Trigami und das, wieder mal, böse Internet.

veröffentlicht unter: Internet Kommentar schreiben
Kommentare (3) Trackbacks (0)
  1. das net ist ein selbstregulierender Raum. Wenn es genügend Blogger gibt, die die Machenschaften dort negativ weitergeben, dann wird das eine ziemlich teure Angelegenheit für die sz. Üblicherweise ist die Quote postiv/negativ 1:3 Aber dämliche Fehler mit dem net haben ja auch schon andere Firmen hinbekommen (#Tatze)

  2. Warum sollte Sueddeutsche eine erneute Kampagne starten, wenn Trigami doch vorher schon einen bösen Fehler gemacht hatte?

  3. Naja, die große Süddeutsche gegen das kleine Trigami… Was da nun genau war weiss keiner, außer den Beteiligten natürlich. Und selbst wenn Trigami den Fehler komplett alleine gemacht hat wäre es ein guter Stil gewesen öffentlich (was es ja dann sowieso schon war) eine neue Kampagne zu starten.

    So bleibt dann vor allem für die Süddeutsche der negative Beigeschmack hängen. Aber das ist natürlich nur meine Meinung ;-)


Kommentar schreiben


Noch keine Trackbacks.