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8Feb/110

Wilde Horde, Effzeh und die Presse

Da könnte es nach dem famosen Heimsieg gegen die Bayern eigentlich so ruhig rund um das sportlich interessierte Köln sein. Könnte. Denn nach dem Spiel am Samstag haben es sich einige Kölner nicht nehmen lassen, auch neben dem Platz ordentlich auszuteilen. Angriff auf die Staatsmacht, mal ist von einem, mal von zwei verletzten Polizisten die Rede. Traurig, sicher, jedoch noch trauriger das was nun wieder daraus gemacht wird...

Kölner Stadtanzeiger und Express verbreiten unisono einige Erklärungen des nordrhein-westfälischen GdP Vorsitzenden Frank Richter, der unter anderem folgendes gesagt haben soll:

„Wenn ein Verein Ultras öffentlich hofiert, obwohl bekannt ist, dass es aus ihren Reihen in der Vergangenheit wiederholt zu massiven Gewalttätigkeiten gekommen ist, stellt sich die Frage nach der Mitverantwortung des Vereins“

und weiter

„Wenn ein Fußballstar wie Lukas Podolski die Fahne der Wilden Horde im Stadion schwenkt, beim Training eine Mütze mit deren Logo aufsetzt und deren Spielführerbinde trägt, nachdem sie ihm medienwirksam überreicht worden ist, kann der Verein bei brutalen Gewaltübergriffen nicht tatenlos wegschauen“

Die Gewerkschaft der Polizei stellt sich ja gerne mal selbst durch merkwürdige Forderungen oder Kommentare ins Abseits. Die aktuellen Äußerungen finde ich jedoch mehr als bedenklich. Der Verein ist also nun dafür verantwortlich, wenn aus einer Gruppe von 700 bis 800 Leuten einige Mist machen? Der Verein sollte sich von der gesamten Gruppe distanzieren und am besten aus dem Stadion werfen? Ist einer böse, sind es alle? Populistische Scheiße!

Mich würde ja mal interessieren was die Gewerkschaft der Polizei sagt, wenn mal jemand fragt wieso Wochenende für Wochenende Polizisten Fans grundlos verprügeln oder fest setzen! Oder warum sowas nur alle drei Jahre mal in der Presse steht. Warum? Weil die Berichte der Polizei entsprechend gedreht werden, als wäre die ganze Aktion nötig gewesen um Gefahren abzuwehren oder eine Reaktion auf gewalttäige Fans. Das es sehr oft genau anders herum ist bekommen Woche für Woche Tausende Fussball-Fans, nicht nur in Köln, am eigenen leib mit! Scheint die Presse aber nicht zu interessieren, Auflage macht man ja mit verletzten Polizisten und Hooligans.

Der Verein sollte nicht wieder überreagieren! Kontakt zur WH suchen, Gespräche führen und darauf drängen, das die WH das umsetzt was sie in ihrer Erklärung nieder geschrieben haben. Mehr Distanzierung kann man nicht fordern, weder der FC noch die Polizei. Jedoch sollten sich sowohl die Kölner Presse als auch, und diese im besonderen, die Gewerkschaft der Polizei, für die Zukunft eine andere Art der Kommunikation überlegen. Deeskalation gibt es nicht nur am Spieltag, sondern auch davor und danach!

Das die Wilde Horde keine Spielgruppe für heranwachsende Teenager ist dürfte klar sein, das eine Gruppierung aneckt und nicht zwingend immer Dinge tut oder vertritt die allen gefallen liegt auch in der Natur der (Ultra-)Sache. Dennoch sollte eine pauschale Verurteilung unterbleiben! Und nein, ich bin kein Mitglied der Wilden Horde Köln.

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